Weltweit größtes Dachtragwerk aus BauBuche

Das weltweit größte Dachtragwerk aus Buchenholz

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch mit Alois Wimmer und Christoph Jost (v. l. n. r.)

Henning Ernst

Florian Eitel

Cluster innovativ stellt neue Produktionshalle der Schraubenwerk Gaisbach GmbH in Waldenburg vor     

Ostfildern, 28. Oktober 2019. Eine Fläche von 12800 m², die Abmessungen 97 auf 114 Meter, eine Höhe von zwölf Metern und Spannweiten von bis zu 42 Meter – dies die Kenndaten der neuen Produktionshalle der Schraubenwerk Gaisbach GmbH (SWG), die von proHolz Baden-Württemberg im Rahmen des Veranstaltungs-formates „Cluster innovativ“ vorgestellt wurde. Der Clou bei der Halle: Für das Dachtragwerk wurde BauBuche eingesetzt, ein speziell verklebtes Buchenfurnier-schichtholz aus dem Haus Pollmeier. Für Christoph Jost, Geschäftsführer der proHolz BW, eine Halle der Superlative „mit dem weltweit größten Dachtragwerk aus BauBuche“.

Bei der Begrüßung der 40 Teilnehmer zeigte sich Jost nicht nur von den Ausmaßen der Halle beeindruckt, sondern betonte auch die umweltbewusste Entscheidung des Bauherren SWG: „Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir verstärkt auf klimaresistente Baumarten setzen, dabei ist die Buche robuster als die Fichte.“ Für Alois Wimmer, Bereichsleiter Produktion beim Mutter-Konzern Würth und damit auch zuständig für den Neubau der SWP-Produktionshalle in Waldenburg/Hohenlohe, hat die Verwendung von BauBuche „durch ihren innovativen Charakter auch eine wichtige Signalwirkung für unsere Kunden aus dem Holzbau“.

Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz BW, betonte bei Ihrer Ansprache den Mut von Bauherr und Planern, neue Weg zu gehen: „Man spürt, hier waren Visionäre am Werk. Es braucht innovatives Denken und Handeln, Grenzen des bisher Machbaren zu überschreiten. Laubholz ist der Baustoff der Zukunft“. Dabei stellte Gurr-Hirsch einen Brückenschlag zu der vor einem Jahr vorgestellten Holzbau-Offensive des Landes her, bei der zukunftsorientierte Holzbau-Projekte mit einem Budget von rund 17 Millionen Euro  gefördert werden sollen.

Ohne das perfekte Zusammenspiel zwischen Architekt, Tragwerksplaner und ausführendem Holzbau-Unternehmen kann ein anspruchsvolles Projekt wie der Neubau der SWG-Produktionshalle nicht realisiert werden – und genau in dieser Reihenfolge wurden die Details der Umsetzung beim Cluster innovativ präsentiert. Matthias Schädler vom renommierten Architekturbüro Hermann Kaufmann aus Schwarzach/Vorarlberg betonte in seinem Vortrag die Nachhaltigkeit des Baustoffes Holz und die „kammartige Struktur des Daches, die für viel Tageslicht im Inneren der Halle sorgt“.

Tragwerksplaner Henning Ernst, SWG Engineering, verwies „auf die bewusste Reduzierung der Stützen in der Halle auf ein Minimum, um eine hohe Flexibilität in der Produktion zu gewährleisten. Daraus ergeben sich Spannweiten von bis zu 42 Meter“. Florian Eitel, Schlosser Holzbau aus Jagstzell, benannte das verbaute Holzvolumen mit rund 1800 m³. „Dadurch“, so Eitel weiter, „haben wir die benötigte Holzmenge auf ein Minimum reduziert, aber dennoch im Vergleich zur konventionellen Bauweise rund 3600 Tonnen Kohlendioxid eingespart“.

Die neue Produktionshalle, an die sich per Brücke verbunden auch ein dreigeschossiges Büro- und Ausstellungsgebäude anschließen wird, soll im Januar 2020 in Betrieb gehen. Da SWG in den nächsten Jahren mit einer Zunahme des Bedarfs an Schrauben für den Ingenieur-Holzbau rechnet, kann die Halle modular um zusätzliche 11000 m² erweitert werden.