Triple Wood Ausstellung gastiert in Schwäbisch Gmünd

Professor Gerhard Lutz

Sylvie Kostic

Baubürgermeister Julius Mihm

Martin Rist

Christoph Jost

Ausstellung Triple Wood

Martin Rist im Gespräch mit Ausstellungsbesucher

Ausstellung Triple Wood

Helmut Stanzel

Professor Peter Cheret

Tatjana Vautz

Michael Geiger

Thorsten Blatter

Europäisches Gemeinschaftsprojekt zeigt sieben mal sieben beispielhafte Holzbauobjekte aus den Alpenanrainerstaaten – Ausstellung wird begleitet von Fachvorträgen

Ostfildern, 30. Mai 2019. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg (WMBW) und proHolz Baden-Württemberg sind Partner des EUSALP-Projektes Triple Wood, das sich für die Stärkung einer nachhaltigen Holzbaukultur im Alpenraum einsetzt. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Projektpartner eine „Road Show“ entwickelt, die eine Ausstellung mit Seminaren und öffentlichen Veranstaltungen verbindet. Sie zeigt jeweils sieben beispielhafte Holzbauobjekte aus den sieben Partnerländern und wird an verschiedensten Orten in den Alpenanrainerstaaten zu sehen sein. Seit gestern, 29. Mai 2019, gastiert die Ausstellung in Schwäbisch Gmünd, wo sie noch bis 10. Juni 2019 in der Galerie Prediger für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Zu den Fachvorträgen und Seminaren, die den Tag der Ausstellungseröffnung in Schwäbisch Gmünd begleiteten, hatten sich rund 60 Fachleute aus Architektur, Forschung und Lehre, Holzbau sowie öffentlicher Verwaltung eingefunden.

Dipl.-Ing. Gerhard Lutz, Professor für Ausbau im Ingenieurhochbau an der Hochschule Biberach, gab am Vormittag einen umfassenden Überblick beginnend mit der Geschichte des Holzbaus, über aktuelle Großprojekte, die bautechnischen Eigenschaften verschiedener Hölzer, die unterschiedlichen Holzbauweisen und Holzbauprodukte bis hin zu aktuellen Trendthemen wie dem mehrgeschossigen Holzbau und der Lebenszyklusanalyse von Gebäuden vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit.  

Nach dem ersten Wissensblock eröffneten Martin Rist (WMBW) und proHolzBW Geschäftsführer Christoph Jost die Ausstellung der 49 herausragenden Holzbauobjekte. Die Grußworte sprachen Sylvie Kostic, Leiterin des Treffpunkt Baden-Württemberg, von dem die Vernissage ausgerichtet wurde, und Julius Mihm, Baubürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd. Mihm berichtete von den positiven Erfahrungen, die man mit dem Holzbau in Schwäbisch Gmünd bereits gemacht habe, betonte jedoch, dass es von entscheidender Bedeutung sei, bei Planung und Ausführung auf erfahrene Experten zurückgreifen zu können. Die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums sei deshalb notwendig, um Holzbau-Know-How auch regional dauerhaft zu etablieren.

Der Vortragsblock am Nachmittag bot Einblicke in die Rohstoffgewinnung aus dem Wald sowie in die Planung und Ausführung dreier ausgewählter Holzbauobjekte aus der Region. Helmut Stanzel von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwäbischer Limes w. V. schilderte eindrucksvoll die vielfältigen Aufgaben, die die Förster in den unterschiedlichen Phasen von der Waldverjüngung bis zur Holzernte begleiten.

Professor Dr. Peter Cheret präsentierte das Konzept der Stuttgarter Holzbrücke, das auch bei Brücken im Remstal angewendet wurde. Es basiert auf mehreren Wettbewerbserfolgen von Cheret Bozic Architekten und dem Ingenieurbüro Knippers Helbig sowie einen vom Cluster Holz BW geförderten, im Jahr 2015 fertig gestellten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, an dem auch die Materialprüfanstalt der Universität Stuttgart und die Firma Schaffitzel Holzbau aus Schwäbisch-Hall beteiligt waren.

Die mehrfach ausgezeichnete Salzlagerhalle Geislingen, unter anderem mit dem Holzbaupreis Baden-Württemberg 2018, wurde von Architektin Tatjana Vautz, Vautz Mang Architekten bda, und Michael Geiger, Furche Geiger Zimmermann Tragwerksplaner GmbH, vorgestellt.

Architekt Thorsten Blatter, AndOffice Blatter Ertel Probst Freie Architekten PartGmbH, gab einen Ausblick auf die in Bau befindlichen Hoffnungshäuser Schwäbisch Gmünd. Das Ensemble soll Anfang 2020 fertiggestellt sein und besteht aus zwei Massivgebäuden, die Platz für betreutes Wohnen mit Gemeinschaftsfunktionen bieten, und vier Holzgebäuden, in denen in einem integrativen Wohnprogramm Geflüchtete, Studenten und Einheimische mit Wohnberechtigungsschein ein neues zu Hause finden sollen. Insgesamt entstehen dort 46 Wohnungen sowie ein internes Café, Seminarräume und eine Werkstatt.