Triple Wood am Bodensee angekommen

Großes Interesse bei der Eröffnung der Ausstellung Triple Wood

Karl Langensteiner-Schönborn, Bau-Bürgermeister der Stadt Konstanz

Prof. Gerhard Lutz, Hochschule Biberach

Maria Kollmann, Architektin aus Konstanz

Wolfgang Selbach (links) und Jürgen Kneer von architekturlokal Ravensburg

Eröffnung der Ausstellung mit Seminaren und Fachvorträgen in Konstanz

Ostfildern, 13. Februar 2020. Gerade war sie noch in Stuttgart zu sehen, jetzt ist sie am See angekommen und bereits bestens besucht – die Rede ist von der Ausstellung Triple Wood, die am 11. Februar im Bürgersaal in Konstanz eröffnet wurde. Mit rund 60 Beispielen von Holzbauten u.a. aus Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich und Deutschland zeigen die Exponate sehr eindrücklich, wie nachhaltiges Bauen funktionieren kann. Die Eröffnung war eingebettet in Fachvorträge und zwei Holzbau-Seminare für Einsteiger sowie für Erfahrene und Praktiker. Die Ausstellung in Konstanz (Bürgersaal) ist bis 18. Februar täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, Eintritt wird nicht erhoben. 

Karl Langensteiner-Schönborn, Bau-Bürgermeister der Stadt Konstanz, betonte bei seiner Begrüßung „das immense Potential von Holz zur Erreichung der von der Landesregierung definierten Klimaziele“ und verwies dabei auch auf die Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg. Letztere benennt in 13 sogenannten Innovationspakten konkrete Beispiele für den sinnvollen Einsatz des Werk- und Baustoffes Holz.

„Die Ausstellung Triple Wood hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt, seit März 2018 wurden die Objekte an 40 europäischen Standorten präsentiert, davon allein elfmal in Baden-Württemberg“ zog Uwe André Kohler, proHolzBW, eine erste Bilanz des zweijährigen EU-Projektes. Gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau BW hatte proHolzBW zahlreiche Einsätze der Ausstellung u.a. in Heilbronn, Schwäbisch Gmünd und Mannheim organisiert.

Für Prof. Gerhard Lutz vom Institut für Holzbau der Hochschule Biberach war es ein sichtlicher Ansporn „vor so vielen interessierten Architekten und Planern die einzigartigen Vorteile des Holzbaus vorstellen zu dürfen“. In zwei Kompakt-Seminaren für Einsteiger und Erfahrene informierte er 80 Teilnehmer über Eigenschaften und Bauweisen sowie die Vorfertigung von Holz. Im zweiten Teil für die Besucher, die bereits auf Holzbau-Erfahrungen zurückgreifen konnten, standen Themen wie Brandschutz, Energieeffizienz oder auch Flachdächer für mehrgeschossige Gebäude im Vordergrund. Lutz schätzt die Perspektiven des Holzbaus „bei Nachverdichtung und Aufstockungen im urbanen Umfeld nicht nur wegen des geringeren Gewichtes von Holz als sehr gut ein, andere Baustoffe wie Stein oder Beton haben da deutliche Nachteile“.

In zwei Fachvorträgen wurden spezifische Holzbau-Objekte vorgestellt: Maria Kollmann, Architektin aus Konstanz, präsentierte ein dreigeschossiges Wohngebäude, dessen gesamte Konstruktion in massiver Fichte aufgerichtet wurde. Das Gebäude in der Kamorstraße in Konstanz wurde 2018 mit dem Holzbaupreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Wolfgang Selbach und Jürgen Kneer von architekturlokal Ravensburg entwickelten den Neubau einer Wohnanlage mit Senioren-WG in Holz-Hybridbauweise. Das Nullenergiehaus in Weingarten wurde im Rahmen einer städtischen Nachverdichtung erstellt.

Das europäische Projekt Triple Wood läuft Ende Februar aus, gleichwohl kann die Ausstellung weiter über das Wirtschaftsministerium BW geordert werden. So sind die Tafeln, bei denen auch zahlreiche Holzbau-Objekte aus Baden-Württemberg beschrieben werden, im Mai bei der Landesgartenschau in Überlingen und im Juni bei der neuen Bau-Fachmesse Sustainable Building Materials (SBM) in Karlsruhe zu sehen.