„Mit Holz verarbeiten wir bereits heute den Rohstoff von morgen“

Matthias Schlosser

Peter Mackowiak

Landrat Klaus Pavel

Prof. Stefan Krötsch

Mathis Tröster

Josef Mayle

Michael Mayle

Prof. Jürgen Graf

8. Regionaler Holzbautag der Holzkompetenz³-Partner in Heubach im Ostalbkreis     

 

Ostfildern, 14. Oktober 2019. Der Raum mit 110 Teilnehmern prall gefüllt, die Themen auch bei der achten Auflage informativ und spannend: Die Rede ist vom 8. Regionalen Holzbautag 2019, zu dem die Holzkompetenz³-Partner nach Heubach im Ostalbkreis eingeladen hatten. Getreu dem Motto „Bauen mit Holz – es rechnet sich!“ wurden bei der Tagung Gebäude vorgestellt, deren Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit durch einen hohen Grad der Vorfertigung realisiert wurden. Unter dem Dach von Holzkompetenz³ haben sich die Landkreise Heidenheim, Ostalbkreis und Schwäbisch Hall zusammengeschlossen.

 

Den Auftakt des regionalen Holzbautages erlebten die Besucher bei der Betriebsbesichtigung des Firmengebäudes der allnatura Vertriebs GmbH. 2017 bezogen, integriert die Zentrale des Spezialisten für gesundes Wohnen und Schlafen auf einer Fläche von 1.200 Quadratmeter Ausstellung, Verwaltung und Lager. Verbaut wurden u.a. 620 Kubikmeter Holz, 300 Kubikmeter Zellulose-Dämmung und 3.500 Quadratmeter Fermacell-Platten. Matthias Schlosser, Geschäftsführer der ausführenden Schlosser Holzbau GmbH, Jagstzell, betonte die Nachhaltigkeit des Gebäudes: „Mit dem Recycling-Material könnten sechs Einfamilienhäuser gebaut werden, auf diese Weise verarbeiten wir bereits heute den Rohstoff von morgen!“.

 

Moderator Peter Mackowiack von Holzbau Baden-Württemberg, neben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Region Ostwürttemberg (WiRO) und proHolz Baden-Württemberg Kooperationspartner des Holzbautages, verwies nicht nur „auf die beindruckenden Möglichkeiten des Holzbaus insbesondere von mehrgeschossigen Gebäuden im öffentlichen und gewerblichen Bereich“, sondern begrüßte zu Beginn der Vorträge auch einen sichtlich gut gestimmten Landrat Klaus Pavel. „Wir wollen hoch hinaus mit dem Holzbau“, so Pavel, der damit Bezug nahm auf den geplanten Albturm in Heubach.

 

Mit seinem Vortrag „Bauen mit Holz – Zukunft nachhaltig gestalten“ nahm Prof. Stefan Krötsch, Hochschule Konstanz, den globalen Kohlendioxid-Ausstoß unter die Lupe: „Die Produktion von Zement verursacht sechs bis neun Prozent des Gesamtausstoßes, der weltweite Flugverkehr im Vergleich dazu zwei Prozent. Viele haben zwar ein schlechtes Gewissen beim Fliegen, aber nicht, wenn sie ein Haus aus Stein und Zement bauen.“

 

Das Waldhotel Rainau südlich von Ellwangen ist laut Architekt Mathis Tröster „nicht nur in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit ein gelungenes Beispiel für den Umbau und Aufstockung mit Holz“. Nach Einschätzung von Josef Mayle, Investor und Betreiber des Hotels, ist die Neukonzeption der insgesamt 2.100 Quadratmeter Nutzfläche des früheren Krankenhauses so gut geworden, „dass unser Architekt gleich selbst eingezogen ist und sein Büro hierher verlagert hat“. Die erfolgreiche Umsetzung mit Holz war Familiensache: Michael Mayle, Bruder des Investors und Geschäftsführer der Holzbau Mayle GmbH in Neuler, erläuterte die wesentlichen Herausforderungen: „Es ging neben dem Erhalt der Bausubstanz vor allem um den Brandschutz, die Minimierung des Energieverbrauchs sowie die Optimierung der Gebäudehülle. Und dies mit dem Maßstab der optimalen Nachnutzung und Nachhaltigkeit.“

 

Ein Heimspiel hatte Prof. Dr. Jürgen Graf, Architekt aus Heubach und Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Kaiserslautern. Er präsentierte den Albturm, den nach Aussage von Graf „mit 61,5 Meter höchsten Holzturm Deutschlands, der neben der Aussichtsplattform auch ein Besucherzentrum und Zukunftsmuseum beinhalten soll“. Geplant ist, den ehemaligen Richtfunkmast auf dem Utzenberg nahe Heubach mit dem futuristisch anmutenden Holzturm zu umbauen. Die Finanzierung in Höhe von fünf Millionen Euro ist zwar noch nicht gesichert, aber Landrat Klaus Pavel war sich sicher: „Der Turm wird gebaut!“