Interesse am Thema Holzbau ungebrochen hoch

Christoph Jost

Minister Peter Hauk schafft mit der Holzbau-Offensive neue Impulse für eine fortschreitend positive Entwicklung des Holzbaus in Baden-Württemberg.

Sandra Schuster, TU München, teilte ihre Erfahrungen zur Planungskultur im Holzbau aus dem leanWOOD Forschungsprojekt.

Christina Seiters und Peter Korthals vom pbr Planungsbüro Rohling schilderten die architektonischen Herausforderungen beim Wasserpark Rulantica.

Samuel Blumer, sblumer ZT GmbH, beleuchtete die Tragwerksplanung des Megaprojekts im Europapark Rust.

Wolfgang Müll, Holzbau Amann GmbH, sprach über den Wasserpark Rulantica aus der Perspektive des Zimmerers.

Heiner Walker, Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH, stellte den Sportcampus München vor.

Tragwerksplanung mit hohem Unterhaltungswert servierte Gordian Kley, merz Kley Partner ZT GmbH, mit seiner Präsentation zum Sportcampus München.

Anne Nyffeler, Pirmin Jung Schweiz AG, sprach über BIM im Ingenieurholzbau

Frank Lattke, lattkearchitekten, sprach über die praktische Umsetzung von Holzbau mit BIM im Architekturbüro.

Dr. Sebastian Rüter, Thünen-Institut für Holzforschung, sieht in einer Steigerung der Holzbauquote ein Treibhausgas-Einsparpotential von 1,43 Mio. t CO2 pro Jahr.

Prof. Dr. Claus Mattheck, Karlsruher Institut für Technologie, erntete begeisterten Applaus für seinen Vortrag über die Körpersprache der Bauteile

Ulrike Kunkel, db deutsche bauzeitung, begleitete die Tagungsgäste als Moderatorin durch den Tag.

Technikum Laubholz kommt 2020 – Stiftungsprofessur Holzbau voraussichtlich nach Mosbach – leanWood Expertin rät Architekten Holzbauunternehmen frühzeitiger in Planungsprozesse einzubeziehen

Ostfildern, 14. Oktober 2019. Das Interesse von Architekten und Ingenieuren am Thema Holzbau ist ungebrochen hoch. Das zeigte die 41. Fachtagung Holzbau Baden-Württemberg, die am 10. Oktober 2019 im Hospitalhof in Stuttgart stattfand. Mit knapp über 450 Teilnehmer*innen bestätigte die bedeutendste Fachveranstaltung für Holzbau interessierte Architekten, Ingenieure und Fachplaner in Deutschland den Rekordbesuch der Jubiläumsveranstaltung im Vorjahr. „Das Ergebnis ist umso erfreulicher, wenn man berücksichtigt, dass wir im letzten Jahr mit der Verleihung des Holzbaupreises Baden-Württemberg, ein Highlight zu bieten hatten, das es nur alle drei Jahre gibt“, sagte Christoph Jost Geschäftsführer der proHolzBW GmbH, die die Fachtagung in Kooperation mit dem Institut für Holzbau der Hochschule Biberach organisiert. Der guten Stimmung bei der Veranstaltung tat das keinen Abbruch. Die Referenten begeisterten mit fachlich fundierten wie unterhaltsamen Vorträgen und Minister Peter Hauk MdL, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), bestätigte die allgemeine Wahrnehmung, dass sich der Holzbau im Land weiter stark entwickelt.   

So viele Holzbau Förderanträge wie noch nie

So konnte Hauk erste Ergebnissen der Holzbau-Offensive verkünden, welche die Landesregierung im letzten Jahr ausgerufen hatte. Noch nie seien aus den Kommunen so viele Förderanträge im Rahmen des „Holz Innovativ Programms“ (HIP) gestellt worden wie aktuell. Ein Technikum Laubholz, dass dabei helfen soll, Innovationen für die baustoffliche Nutzung von Laubhölzern zur Marktreife zu führen, könne 2020 seine Arbeit aufnehmen. Es sei die erste Einrichtung dieser Art weltweit und ein weiteres Aushängeschild für Holzbauinnovation aus Baden-Württemberg. Zudem stünde die Einrichtung einer Stiftungsprofessur Holzbau kurz bevor. Aussichtsreichster Anwärter sei die Hochschule Mosbach. 

Holzbauunternehmer frühzeitig in Planung einbeziehen

Die in zwei anderthalbstündigen Blöcken präsentierten Großprojekte Wasserpark Rulantica im Europapark Rust und der Sportcampus der Technischen Universität München (TUM) verdeutlichten, dass der Bereich des Machbaren in neue Dimensionen vorstößt. Eine große Bedeutung kommt dabei der Planung zu, die gerade im Holzbau schon im Vorfeld sehr intensiv ist. Entsprechend beschäftigten sich die Vorträge am Nachmittag mit der Planungskultur im Holzbau und digitalen Planungsmethoden, wie dem Building Information Modeling (BIM). Dipl. Ing. Sandra Schuster von der TUM warb in ihrem Vortrag über das internationale Forschungsprojekt leanWood dafür, dass Architekten und Ingenieure Holzbauunternehmen schon deutlich früher als bislang üblich in Projekte einbeziehen. So könnten etwa Holz spezifische Eigenschaften, die sich gegebenenfalls auf die Konstruktion auswirken, direkt berücksichtigt und zusätzlicher Planungsaufwand vermieden werden.