In der "Gläsernen Werft" dem See ganz nah

Tina Seiberts (dritte von rechts) vom Architekturbüro Glück und Partner, Stuttgart

Rathaus Frickingen

Seniorenzentrum Frickingen

Die Teilnehmer der Holzbau-Exkursion Bodensee

Willi Mayer, Holzbau Mayer Bisingen

Die "Gläserne Werft" in Überlingen

Tobias Plümer (links) und Christof Hartmann

Das Wohn- und Geschäftsensemble in Eriskirch

Andreas Steeb, hauserpartner Altensteig

Der neue Eingangsbereich des Bodenseehofs

Holzbau-Exkursion von proHolzBW mit fünf Objekten rund um den Bodensee

Ostfildern, 17. März 2020. Bermatingen-Frickingen-Überlingen-Eriskirch-Friedrichshafen und wieder zurück zum Ausgangspunkt Bermatingen! So liest sich die Kurzbeschreibung der Holzbau-Exkursion Bodensee von proHolzBW, zu der sich 25 Teilnehmer auf den Weg gemacht hatten. Das Ziel der Gruppe: Die Besichtigung von fünf Objekten, um sich aus erster Hand über die Vorteile des Holzbaus zu informieren.

Erstes Ziel der von Joachim Hörrmann, Holzbau-Koordinator der proHolzBW, organisierten Exkursion war die Holzbau-Gemeinde Frickingen. Den Titel hat sich der 3000 Einwohner große Ort redlich verdient, schließlich werden seit 1984 alle öffentlichen Einrichtungen in Holz gebaut. So auch zu sehen beim Rathaus, das Tina Seiberts vom Stuttgarter Architekturbüro Glück und Partner vorstellte. Bereits vor 20 Jahren eingeweiht, wurde das Tragwerk des Gebäudes als innovative Holzkonstruktion mit vorgefertigten Holztafel-Elementen sowie Stützen aus Brettschichtholz konzipiert. Das Rathaus wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2018 mit dem ersten Preis beim Kommunalwettbewerb ProKlimaHolz.

Nur ein paar Meter weiter die Kirchstraße entlang besichtigte die Gruppe aus Architekten und Planern das Seniorenzentrum Frickingen, eine dreigeschossige Wohnanlage mit 17 barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnungen und einem Gemeinschaftsbereich mit Aufenthaltsraum und Küche. 2011 wurde Glück und Partner mit der städtebaulichen Studie für den Bau der Seniorenwohnanlage beauftragt. Für die Realisierung wurde eigens eine Genossenschaft gegründet. Entstanden ist ein KfW 55-Effizienzhaus in Holz-Hybrid-Bauweise mit einer hochgedämmten Fassade aus Holz, das 23 Senioren*innen ein neues Zuhause bietet.

Dem See ganz nah kommt man in der Keller-Werft in Überlingen, mittlerweile auch bekannt als „Gläserne Werft“. Willi Mayer, Chef des gleichnamigen Holzbauunternehmens aus Bisingen, erläuterte das Konzept des einzigartigen Gebäudes: „Vom Vereinsheim aus, das von einem italienischen Gastronomen betrieben wird, können die Gäste durch eine Glasscheibe den Bootsbauern bei Ihrer Arbeit zuschauen.“ Mit dem Schwerpunkt auf klassische Yachten werden in der kleinen Werft Segel- und Motorboote gepflegt oder restauriert.

In der Greuther Straße 30 in Eriskirch entsteht ein Wohn- und Geschäftsensemble, das aus drei mit jeweils drei Geschossen ausgestatten Gebäuden besteht. Tobias Plümer und Christof Hartmann vom renommierten Unternehmen Holzbau Hartmann aus Meckenbeuren haben die Plümer Wohnbau GmbH gegründet, um dieses für die an Friedrichshafen angrenzende Wohngemeinde neuartige Konzept umzusetzen. Tobias Plümer: „In unserer Region denkt man beim Bauen traditionell an den Massivbau, der Holzbau hat da deutlichen Entwicklungsbedarf.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen, was sich auch in der Vermarktung der Wohnungen widerspiegelt. Der erste Schritt für die Plümer Wohnbau GmbH ist getan - und laut den beiden Geschäftsführern werden weitere in Sachen Holzbau folgen.

Der Bodenseehof in der Zeppelinstadt Friedrichshafen beherbergt eine Bibelschule und ein Christliches Jugend- und Freizeitzentrum. Andreas Steeb von hauserpartner Architekten aus Altensteig (Nordschwarzwald) stellte bei der letzten Station der Exkursion die Erweiterung der Büros und den neu gestalteten Eingangsbereich mit Foyer vor. Steeb: „Dem Bauherrn war das Thema nachwachsender Rohstoff sehr wichtig. So wurde der Anbau in Holzmodulbauweise erstellt und auch im Innenraum ist das Material Holz prägend.“ Ein lichter Empfangsbereich mit einer warmen Atmosphäre – nicht die schlechteste Visitenkarte für ein Haus, das jährlich von überwiegend jugendlichen Gästen aus aller Welt besucht wird.