Handbuch “Holzbaukultur Nordschwarzwald” vorgestellt

Diskussionsrunde über Holzbaukultur als Spiegelbild regionaler Identität

Fachgruppe um LEADER will Planer, Architekten, Bauherren, regionale Entscheider für Nordschwarzwälder Baukultur sensibilisieren - Expertenrunde diskutiert Holzbaukultur als Spiegelbild regionaler Identität


Ostfildern, 4. April 2019. Regionale Identitäten werden maßgeblich durch die Architektur und die Landschaft geprägt - das gilt besonders für den Schwarzwald. Die Mischung aus Gebäudegeometrien, Landschaft, Handwerk und Materialien verbinden sich dann zu einer regionalen Baukultur. In Bad Wildbad wurde gestern ein Handbuch vorgestellt, das die baukulturellen Elemente des Nordschwarzwaldes aufnimmt, beleuchtet und einordnet.

 

Die Fachgruppe um LEADER Geschäftsführerin Dajana Greger hat dabei sehr auf eine anschauliche Darstellung geachtet, um auch Laien für die Nordschwarzwälder Baukultur zu begeistern. „Das Handbuch soll ein Bewusstsein für das Thema schaffen, es soll sensibilisieren und durch die Projektbeispiele inspirieren“, so Greger. Sie machte während der Vorstellung deutlich, dass das Handbuch eine Handreichung für Planer, Architekten, Bauherren, regionale Entscheider sein soll und alle, denen regionale Identität und Authentizität ein wichtiges Anliegen ist.

 

In dem Handbuch selber sind mehrere ausgewählte Holzbauten dargestellt, die verschiedene Elemente der Nordschwarzwälder Baukultur beispielhaft aufweisen oder sogar verknüpfen. Neben der Sanierung von historischen Baudenkmälern widmet sich das Handbuch auch dem neuen, modernen Bauen mit Weißtanne und heimischen Hölzern, was anhand von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie eines Hochhauses aus Holz bildlich veranschaulicht wird.

 

Insgesamt haben sich in der Entwicklung des Handbuches sieben signifikante und immer wiederkehrende Stilelemente herauskristallisiert, welche Bauherren, Architekten und Entscheidern als Inspirationen für ihre Bauprojekte auf den Weg gegeben werden können. Unter anderem sind Gestaltungselemente wie Schindelfassaden, steile Satteldächer mit geringen Dachüberständen, Fensterläden in Ochsenblutrot oder Bau- und Konstruktionsmaterial aus heimischer Weißtanne und Fichte in Kombination mit Buntsandstein im Nordschwarzwald prägend. 

 

Im Anschluss an die Buchpräsentation diskutierten Klaus Mack, Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad, Michael Ruf, Bürgermeister der Gemeinde Baiersbronn, Andreas Grube, Vorsitzender des Kammerbezirks Karlsruhe der Architektenkammer Baden-Württemberg, Dorothea Weßling, Kreisbaumeisterin des Landkreises Calw, Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald und Initiator von bauWERK Schwarzwald sowie Jan Bulmer, Clustermanager von proHolz BW darüber, welchen Beitrag Kommunen zur Stärkung der Holzbaukultur als Spiegelbild einer regionalen Identität leisten können. Moderiert wurde die Runde von Rudolf Müller (stellvertretender Kammervorsitzender der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Nordschwarzwald) der ebenfalls an der Ausarbeitung des Handbuchs beteiligt war.

 

Die Diskutanten stellten heraus, dass Holzbau und Holzbaukultur auf einem guten Weg seien, es aber immer noch Vorbehalte gegenüber dem Baustoff gäbe. Beispielhafte Gemeinden wie Baiersbronn und Bad Wildbad sind Vorreiter die bereits viel mit Holz umsetzen. Jan Bulmer betonte, dass der Zuspruch wachse und auch Ministerpräsident Kretschmann den Holzbau unlängst als große Chance für Baden-Württemberg ausgemacht habe. Bürgermeister Mack schloss die Talkrunde mit dem passenden Statement: „Mit dem Thema Holzbaukultur sind wir keinesfalls auf dem Holzweg.”

 

Das Handbuch kann über die Geschäftsstelle der LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald bestellt werden: www.leader-nordschwarzwald.de