Am Cradle-to-Cradle-Prinzip führt kein Weg vorbei

Die Referenten Peter Rothdach, Matthias Bruhnke, Jeannette Jäger und Jörg Finkbeiner mit Gastgeber Christoph Jost

Jeannette Jäger

Jörg Finkbeiner

Matthias Bruhnke

Diskussion mit Christoph Jost, Peter Rothdach, Jörg Finkbeiner und Jeannette Jäger

Betrachtung des kompletten Lebenszyklus muss bei Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden Standard werden

Ostfildern, 3. April 2019. Welche Chancen und Herausforderungen stehen hinter dem Cradle-to-Cradle-Prinzip und welche Rolle kann der Holzbau dabei spielen? Um diese und weitere Fragen rund um das Konzept, das das Ziel einer durchgängigen und konsequenten Kreislaufwirtschaft verfolgt, ging es am Dienstag, den 2. April 2019, beim Cluster Innovativ zum Thema „Die Rolle des Holzbaus für Gebäude mit positivem Fußabdruck“ im Forum Holzbau in Ostfildern. Die von proHolzBW geladenen Experten Jeannette Jäger, Beraterin für Nachhaltigkeit und Transformation, Jörg Finkbeiner, Partner und Partner Architekten, sowie Peter Rothdach und Matthias Bruhnke von der Adolf Würth GmbH & Co. KG beleuchteten mit Ihren jeweils halbstündigen Impulsvorträgen das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Im Anschluss an die Vorträge eröffnete proHolzBW-Geschäftsführer Christoph Jost die aus dem Veranstaltungsformat bekannte offene Diskussionsrunde, in der die 30 Teilnehmenden aus den Bereichen Architektur, Holzbau, Zuliefererindustrie Fragen an die Referenten richten konnten.

Das Fazit: Es ist noch ein weiter Weg, bis das Cradle-to-Cradle-Prinzip zum Standard werden kann. Die Zertifizierung von Cradle-to-Cradle fähigen Produkten ist langwierig und der Blickwinkel bei der Bewertung von Gebäuden muss auf den gesamten Lebenszyklus ausgeweitet werden. Gerade der zweite Punkt beinhaltet jedoch einen Mehraufwand, den die meisten Bauherren aus wirtschaftlichen Gründen oft nicht schultern wollen. Es stellt sich deshalb die Frage, ob es verpflichtende Vorgaben aus Politik und Verwaltung braucht, um die Baukultur zugunsten einer durchgängigen und konsequenten Kreislaufwirtschaft zu verändern? Zwar konnte die Frage nicht abschließend geklärt werden, Einigkeit herrschte jedoch unter den Referenten, dass aufgrund des Klimawandels kein Weg an einem ganzheitlichen Ansatz vorbeiführt, der mit Fokus auf Innovation und Qualität den Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung und Ressourcenmangel begegnet und die Kreislauffähigkeit der Materialien in den Vordergrund stellt.