Regionaler Holzbautag etabliert sich als beliebte Austauschplattform

1. Landesbeamter Michael Knaus

Bürgermeister Daniel Bullinger

Michael Olberts (l) führt über das Betriebsgelände der Klenk GmbH

Sebastian Hauck

David Ackermann

Eberhard Beck

Fachvorträge bieten Einblicke in Praxiserfahrung mit BIM - Holzbau verfügt über gute Erfahrungen mit digitaler Technik - Mit BIM-Manager entsteht ein neues Leistungsbild

Ostfildern, 1. Oktober 2018. Der Regionale Holzbautag der Holzkompetenz3-Partner, zu denen die Landkreise Heidenheim, Ostalbkreis und Schwäbisch Hall sowie die WiRO mbH zählen, etabliert sich mehr und mehr als beliebte Austauschplattform für Architekten, Ingenieure, Fachplaner und Holzbauexperten. Dass die Veranstalter auch bei der siebten Ausgabe, die am 28. September 2018 im Rathaus von Oberrot stattfand, das richtige Gespür für die Themen hatten, die die Branche bewegen, zeigte der große Zuspruch. Über 100 Interessenten wollten sich für die Veranstaltung anmelden, in der sich alles um Digitale Planungsprozesse und die Bauwerksdatenmodellierung (BIM) drehen sollte. Platz gab es jedoch nur für etwas mehr als 80 Personen. Entsprechend meldeten die Holzkompetenz3-Partner ausverkauftes Rathaus, das voll besetzt und im von Holz geprägten Ambiente eine angemessene Bühne für die spannenden Vorträge bot.  

Michael Knaus, erster Landesbeamter und ständiger Stellvertreter von Landrat Gerhard Bauer, der den Termin selbst nicht wahrnehmen konnte, lobte in seinen Grußworten die Wertigkeit der Veranstaltung, die sich nicht nur darin zeige, dass es erstmalig eine Warteliste für interessierte Teilnehmer gab, sondern auch im Engagement der Sponsoren und in der Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung durch die Architektenkammer Baden-Württemberg.

Bürgermeister Daniel Bullinger hob in seiner Rede die Bedeutung der Holzwirtschaft für die Region hervor, die der wichtigste Wirtschaftszweig in der 3.600 Einwohner starken Gemeinde sei. Eine Begebenheit von der sich die Teilnehmenden bereits im Vorfeld selbst ein Bild machen konnten. Die Klenk Holz GmbH, mit 550 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Oberrot, hatte zu einer Besichtigung des 47 Hektar großen Betriebsgeländes geladen.

Sebastian Hauck, Geschäftsführer Hauck Planen und Bauen GmbH aus Neckarbischofsheim und selbst erklärter Fan alles Digitalen, eröffnete den Reigen der Fachvorträge mit Einblicken in seine Praxiserfahrung mit BIM (Building Information Modeling) und dessen Umsetzung im Wohnhausbau. Das Wichtigste sei die Erfassung der Grundlagen. Sind diese eingepflegt könne man mit BIM unheimlich an Effizienz gewinnen und die Qualität erhöhen. Die Kostenrechnung läuft parallel zur Modellierung der Projekte und der Mengenbedarf an Baumaterial wird ebenfalls zeitgleich berechnet. Die Möglichkeit, Realität digital zu machen und digital weiterzuverarbeiten spare Zeit und Nerven.

Diesen Eindruck bestätigte auch David Ackermann, Meister Konstruktion bei der Hammer Holzbautechnik GmbH aus Fichtenberg, der Praxisbeispiele des Digitalen Workflows präsentierte. Die dreidimensionale Modellansicht erleichtere die Arbeit, da Projekte in ihrer Gänze für die Beteiligten so leichter erfassbar seien.

Architekt und BIM-Vordenker Eberhard Beck machte deutlich, dass der Holzbau mit CAD und 3D-Modellierungen anderen Gewerken eigentlich immer voraus war. Er verfüge also bereits über gute Erfahrungen mit digitaler Technik und dies werde auch bei der Digitalisierung so sein, um die man ohnehin nicht herumkomme. Mit dem BIM-Manager entstehe gerade ein neues Leistungsbild, dessen Aufgaben, die digitale Verbindung aller Beteiligten, Projekte einfacher ausführbar mache. Ein Problem, das aus Sicht Becks noch zu lösen sei, ist die Vielzahl der unterschiedlichen Programme zur Datenverarbeitung und Aufbereitung, die teilweise nicht miteinander kompatibel seien. Das mache den Datenaustausch schwieriger.

Der abschließende Vortrag von Joachim Faass, Regionalvertreter Baden-Württemberg für Binderholz, über die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Brettsperrholz führte das Publikum dann zurück aus den digitalen in die analogen Sphären des Holzbaus.