Inklusives Wohnprojekt in Esslingen fertiggestellt

Wohnprojekt des Elternvereins Lebenshilfe Esslingen

Wohnprojekt des Elternvereins Lebenshilfe Esslingen

Jens Könekamp

Innenansicht

Innenansicht

Innenansicht

proHolzBW kehrt nach Architekten-Exkursion im April ein zweites Mal zum fünfgeschossigen Wohngebäude der Lebenshilfe Esslingen zurück – Architekt Jens Könekamp zeigt sich von Holzbauweise begeistert

Ostfildern, 16. November 2018. Das fünfgeschossige Wohngebäude des Elternvereins Lebenshilfe Esslingen in der Pliensauvorstadt war Ende April dieses Jahres eine der Stationen der proHolzBW-Holzbauexkursion zum Thema „Holz, Wohnen und Wein“. Rund 50 Architektinnen und Architekten besichtigten damals das vom Esslinger Architekturbüro Könekamp geplante und von der Firma Müllerblaustein Holzbauwerke aus Blaustein-Dietingen umgesetzte Wohnbauprojekt in Brettsperrholz-Massivbauweise. Jetzt, im November ziehen die ersten Bewohner ein. proHolzBW hat die Gelegenheit genutzt und zuvor noch schnell einen Rundgang mit Jens Könekamp durch das fertige Gebäude gemacht.

„Der Planungsaufwand war am Anfang relativ hoch“, sagt Jens Könekamp beim Gang durch das Gebäude. Aus seiner Sicht könne der Massivbau mehr verzeihen als ein Holzbau, weshalb es wichtig sei mit guten Firmen zusammenzuarbeiten und genau zu planen. Bei Müllerblaustein war er offensichtlich in guten Händen, denn Könekamp zeigt sich vom Holzbau begeistert: „Die Atmosphäre auf einer Holzbaustelle ist super, ganz anders. Die natürliche Ausstrahlung des Holzes schafft für die Handwerker ein viel besseres Arbeitsklima. Die Genauigkeit und die präzise abgestimmte Logistik im Holzbau sind beeindruckend und durch die schmaleren Wände haben wir gut zehn Zentimeter mehr Raum gewonnen.“

Das komplett barrierefrei gebaute Gebäude war von Anfang an als inklusives Wohnprojekt geplant. Fünf Wohnungen werden fremdvermietet, der restliche Wohnraum ist in private und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche unterteilt, die vierundzwanzig Menschen mit Behinderung ein neues Zuhause bieten sollen. Die Schlaf- und Badezimmer sind überwiegend privat, während Wohnzimmer und Küchen in kleineren Gruppen gemeinschaftlich genutzt werden sollen. Die Innenbereiche bieten viel sichtbares Holz. „Das sorgt für eine warme, wohlige Atmosphäre in den Räumen“, sagt Architekt Jens Könekamp, was auch ein Grund gewesen sei, warum die Bauherrinnen und Bauherren das anfänglich als Massivbau geplante Gebäude, dann doch in Holz bauen wollten. Holz kann zudem Luftfeuchtigkeit aufnehmen und abgeben und reguliert so automatisch das Raumklima. Ein Aspekt, der für Bewohnerinnen und Bewohner mit Allergien oder Atemwegserkrankungen von Vorteil sein kann. Die nachgewiesen beruhigende Wirkung von Holz stelle einen weiteren Mehrwert dar.