Dämmen, filtern, isolieren: In Zukunft bitte nachhaltig

Wolfgang Arnold (r.) stellt ein textiles Isoliersystem vor, (l.) Prof. Dr. Markus Milwich (DITF)

Netzwerkgespräche

Die Arbeitsgruppe

Veranstaltungsreihe von AFBW, DITF und proHolzBW bringt regelmäßig Forscher und Unternehmer zum Gedankenaustausch über innovative faserbasierte Werkstoffe zusammen

Ostfildern, 23. April 2018. Neue Partner zusammenbringen, neue Entwicklungen anstoßen und Marktpotentiale für innovative Produkte aus Holzfasern identifizieren. Das sind die Ziele, die sich die Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e. V. (AFBW), die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) und die proHolz Baden-Württemberg GmbH (proHolzBW) mit der Veranstaltungsreihe über die Entwicklung, Herstellung und Anwendung faserbasierter Produkte gesetzt haben. Wichtigstes Instrument dabei ist der Austausch der Teilnehmer untereinander. Dafür scheinen die Veranstalter einen geeigneten Rahmen zu bieten. Seit Beginn der Veranstaltungsreihe ist der Zuspruch der Teilnehmenden konstant hoch. Am Donnerstag, den 19. April 2018 nahmen rund 30 Personen die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Experten wahr.

„Unser Veranstaltungsformat ist ebenso einfach wie effektiv“, sagt Sylvie Wiest vom Clustermanagement bei proHolzBW. „Kurze Impulsvorträge zu verschiedenen Themen rund um holzfaserbasierte Werkstoffe und Produktinnovationen wechseln mit Fragerunden oder Pausen, die für Diskussionen im kleinen Kreis und zum Netzwerken genutzt werden können.“ Gefragt seien neue Wege und Konzepte, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren und die Wende hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu schaffen.

So berichtete Mihaela Szegedi vom Hohenstein Institut für Textilinnovation gGmbH über Forschungsarbeiten, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Schafwolle als nachhaltiger Dämmstoff beim Bauen genutzt werden kann. Dabei wurden aus verschiedenen Baumrinden gewonnene Gerbstoffe auf ihre Eigenschaften hin untersucht, ob sie die Wolle vor Mottenfraß schützen können.  

Wolfgang Arnold präsentierte ein leicht abnehmbares textiles Isoliersystem für Anlagen, die häufig gewartet werden müssen. Da die zu isolierenden Anlagen meist sehr hohe Temperaturen entwickeln, stellte sich hier die Frage, inwieweit auch Holzfasern in das Isoliersystem eingebunden werden können.

Roberta Graf vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) stellte ihren Beitrag zur Erstellung eines vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg geförderten Leitfadens zum Thema Leichtbau vor. Sie beschäftigt sich mit dem sehr forschungsintensiven Gebiet der textilen Gebäudehüllen.

Thomas Lais von der Technische Textilien Lörrach GmbH & CO. KG referierte zum Thema Nadelvliese und Nadelfilze als individuelle technische Lösung für industrielle Anwendungen. Im Fokus stehen hier vor allem textile Filtermedien für Staubabscheidungen in Industrieanlagen.