Azudenten Abschlussexkursion komplett dank Netzwerk

Baustelle des sechsgeschossigen Holzbaus Arboretum in Tübingen

Azudenten des Biberacher Modells Holzbau Projektmanagement

Gerd Renz erklärt den Azudenten den Umbau der historischen Mühle in Pfullingen

Duales Bildungsangebot des Zimmerer Ausbildungszentrums beleuchtet verschiedene Bereiche des Holzbau Projektmanagements

Biberach/Ostfildern, 21. März 2018. Sägewerk, Fertighausindustrie, Restauration und Geschosswohnungsbau. Das sollten am 20. März 2018 die Themen der Abschlussexkursion für die Azudenten des „Holzbau Projektmanagement“ Kurses sein, der Teil des dualen Bildungsangebots des Zimmerer Ausbildungszentrumszentrums Biberach (Zi) ist. Um ein geeignetes Anschauungsobjekt für den mehrgeschossigen Wohnungsbau im Raum Reutlingen-Stuttgart-Tübingen zu finden, wandte sich Wolfgang Schafitel, Zi Projektmanagement, nationale und internationale Projekte, an die für das Management der Netzwerke Forst und Holz in Baden-Württemberg zuständige proHolzBW GmbH. Die Clustermanager aus Ostfildern vermittelten daraufhin den Kontakt zur Planungsgesellschaft eines in Bau befindlichen sechsgeschossigen Mehrfamilienhauses in Tübingen. Das Arboretum genannte Projekt bildete dann den Abschluss „einer durch und durch gelungenen Exkursion“, wie Wolfgang Schafitel berichtete.

Erste Station Firma Schwörer Haus in Hohenstein

Im Ausbildungsbetrieb eines der Kursteilnehmer führten Bauzeichnerauszubildende über das Betriebsgelände. Hier konnten die Azudenten den Weg des Holzes vom riesigen Rundholzplatz über den Einschnitt in der Säge verfolgen. Nach den Stationen Sortierung und Trocknung wird das Holz zu Konstruktionsvollholz weiterverarbeitet, das die Firma Schwörer für den eigenen Gebrauch und den Handel produziert. Das gesamte Restholz verwertet das Unternehmen in einem eigenen Kraftwerk, das Strom für die Produktion und Wärme für die Holztrocknung und Beheizung der Gebäude erzeugt. In der Hausproduktion beobachteten die Azudenten die Fertigung der Wände und bis zu deren Verladung für den Transport.

Zweite Station historische Mühle in Pfullingen

Obermeister Gerd Renz gab den Azudenten auf seiner Baustelle in Pfullingen Einblicke in den Umbau einer historischen Mühle in Wohnungen. Zu Beginn waren umfangreiche Voruntersuchungen und Bauaufnahmen notwendig. Bilder dokumentierten wie das Gebäude vor Sanierungsbeginn und während der Sanierung aussah. Bei der Führung durch die Baustelle erläuterte Renz die noch sichtbaren unterschiedlichen Bauzustände in den verschiedenen Stockwerken. Während in den oberen Geschossen schon die hinter Lehm verputzte Wandheizung in Betrieb ist, fingen die Arbeiten am Putz in einem anderen Stockwerk gerade erst an. Zudem machte die Führung deutlich, wie umfangreiche Abstimmungen mit dem Denkmalamt getroffen werden müssen. „Unsere Azudenten waren vom tollen Charakter dieses renovierten historischen Gebäudes sichtlich beeindruckt“, sagte Schafitel anschließend und ergänzte: „Ihnen wurde aber sicher auch bewusst, dass für so eine Sanierung viele Ressourcen, Herzblut und Überzeugung notwendig sind. Genau so, wie Herr Renz dies während der Führung vermittelt hat.“

Dritte Station Arboretum Tübingen

Das sechsgeschossige Brettsperrholzgebäude war die letzte Station der Exkursion. Im Alten Güterbahnhof in Tübingen begrüßten Daniel Tillmann (loco Architektur) und Stefan Berthoud (bsarchitektur) die Gruppe und stellten Ihr Projekt mit 19 Wohnungen und 16 Eigentümern vor. Das Gebäude mit einer Länge vom 30 Metern und einer Tiefe von 14 Metern steht in einer Reihe mit anderen betonierten Gebäuden. Aufgrund der verschiedenen Eigentümer gleicht kein Wohnungsgrundriss dem anderen, was für die Planer eine große Herausforderung war. Alle tragenden Elemente im Gebäude sind aus Brettsperrholz gefertigt. Die Außenwände sind nichtragende Wände in Holzrahmenbauweise. Da das Haus noch im Rohbau war, waren die Verbindungselemente der einzelnen Geschosse sehr gut sichtbar. Bauablauf und Baustellenlogistik waren ebenfalls Thema dieses Teils der Exkursion, da für diese Baustelle viele hundert Kubikmeter Brettsperrholz angeliefert wurden.

Das Biberacher Modell Holzbau Projektmanagement

Im Biberacher Modell können junge Menschen mit allgemeiner oder fachgebundener Hochschulzugangsberechtigung, die ihr Berufsziel in der Übernahme eines Unternehmens oder einer führenden Position im Holzbau sehen, Ausbildung und Studium miteinander verknüpfen und etwa ein Jahr gegenüber herkömmlichen Ausbildungswegen an Zeit gewinnen. Die Anmeldung erfolgt über das Bildungszentrum. Bewerbungsschluss ist jeweils der 31. Mai. Weitere Informationen unter zimmererzentrum.de.