Prämierung der Preisträger des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima Baden-Württemberg in Stuttgart steht kurz bevor

Beim Kommunalwettbewerb HolzProKlima in Baden-Württemberg 2016/2017 werden Kommunen prämiert, die ihr vorbildliches Engagement durch Holzverwendung zugunsten des Klimas anhand eines Gesamtkonzepts sowie beispielhafter Umsetzungen zeigen. Im Fokus stehen bereits umgesetzte Bauten, derzeit entstehende Bauten sowie Sanierungen, Erweiterungen, Modernisierungen, der Innenausbau und die Inneneinrichtung öffentlicher Gebäude gleichermaßen wie die Information und Einbeziehung der Bevölkerung durch Veranstaltungen, Broschüren oder weitere Aktionen. Am 25. April 2017 tagte die hochkarätige Jury und ermittelte die Preisträger. Am 2. Juni 2017 findet im Leichtbauinstitut auf dem Stuttgarter Universitätsgelände die Prämierung mit Minister Hauk statt.

Am Dienstag, 25. April 2017, tagten die Jurymitglieder** aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung, Architektur und Politik im Forum Holzbau Ostfildern, um die Gewinner des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima in Baden-Württemberg zu ermitteln. Für die Prämierungen, allen voran des Klima-Champions, achtete die Jury insbesondere auf ein schlüssiges Gesamtkonzept. Dieses sollte sich in vorbildhaft architektonisch ansprechend umgesetzten oder in der Planung befindenden Objekte widerspiegeln. Der politische Wille zur Verwendung von Holz und darauf basierende beispielhafte Umsetzungen von Bauten, Sanierungen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen waren demnach entscheidende Kriterien für die Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Sobek. Für den Wettbewerb entwickelte der international anerkannte Planer und Designer Sobek in Zusammenarbeit mit proHolzBW zusätzlich einen Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg, dessen Preisträger ebenso ausgelotet wurde.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurden Gemeinden, Städte und Landkreise in Baden-Württemberg von Dezember 2016 bis März 2017 aufgefordert*, das gesamte vorbildhafte Engagement zur Holzverwendung in ihrer Kommune anhand unterschiedlicher Kategorien zu dokumentieren und einzureichen. Die baden-württembergischen Einreichungen erzielten eine Bestmarke und übertrafen die Anzahl der Wettbewerbsbeiträge aus den Vorjahren. Aus 40 Einreichungen ermittelte die Fachjury die Preisträger der drei Hauptgewinne sowie den Gewinner des Sonderpreises des Landes Baden-Württemberg.

Am Freitag, 2. Juni 2017, findet ab 17:00 Uhr die Preisverleihung im Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart statt. Minister Peter Hauk MdL, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucheschutz Baden-Württemberg, wird die Preise persönlich überreichen. Zuvor wird Sobek einige Gedanken zum Bauen mit Holz weitergeben sowie den Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg vorstellen. Der Veranstaltungsort beeindruckt durch seine besondere Bauweise: Das Dach besteht aus einem Seilnetz und einer zur damaligen Zeit erstmalig ausgeführten Holzunterkonstruktion mit darüber liegender Wärmedämmung. Frei Otto, berühmter Innovator im Bereich leichter Flächentragwerke, erstellte das Bauwerk in Kooperation mit Rolf Gutbrod als Versuchsobjekt für den deutschen Pavillon zur Weltausstellung in Montreal 1967. Das Objekt wurde nach der Umsetzung an den heutigen Standort in ein gebrauchsfähiges Gebäude umgewandelt und dient derzeit als Sitz des von Sobek geleiteten Leichtbauinstituts.

Gemeinsam richtete die Initiative HolzProKlima mit dem regionalen Partner proHolz Baden-Württemberg den Kommunalwettbewerb HolzProKlima 2016/2017 aus. Ziel ist es, die herausragende Bedeutung des Baustoffs Holz für den Klimaschutz in das Bewusstsein der Gesellschaft und insbesondere der kommunalen Entscheider zu rücken. Anhand von Beispielen in Kommunen verschiedener Größe soll ein Dialogprozess angestoßen und das Kernthema*** des Wettbewerbs veranschaulicht werden. Wichtig ist dabei auch die Nachhaltigkeit der Maßnahmen. Weitere Kommunen sollen dadurch angespornt werden die Holzverwendung als Klimaschutzmaßnahme zu etablieren.

 

*Aufforderung zum Wettbewerb:

Die Sensibilisierung der Mitbürgerinnen und Mitbürger für eine verantwortungsvolle Verwendung der nachwachsenden Ressource ist dem Schirmherrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein wichtiges Anliegen. Nach seiner Aussage ist Holz unser wichtigster nachwachsender Rohstoff und seine Nutzung ein bedeutender Baustein des Energie- und Klimaschutzkonzepts von Baden-Württemberg.

Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg und Stellvertreter der kommunalen Spitzenverbände als Partner des Wettbewerbs, bestätigte dies als Unterstützer beim Auftakt an der Landespressekonferenz am 19. Dezember 2016 in Stuttgart: „Beim Thema Holz können unsere Kommunen zeigen, wie gut sie nachhaltig planen und wirtschaften, denn Klimaschutz ist eines der wichtigsten Ziele für spätere Generationen. Außerdem sind unsere Städte und Gemeinden durch die bewusste politische Entscheidung zugunsten einer vermehrten Holzverwendung die zentralen Vorbilder für die Bürgerinnen und Bürger, um sie für den Klimaschutz zu sensibilisieren.“

Als stellvertretender Repräsentant des Landes Baden-Württemberg bekräftige Minister Peter Hauk MdL, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg beim Auftakt des Wettbewerbs, dass es ein dringliches Anliegen ist, den Zusammenhang von Holzverwendung zugunsten des Klimas verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen. „Die Klimaschutzwirkung von Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft ist unbestritten, und immer mehr Kommunen setzen auf die Verwendung von Holz. Mit dem landesweiten Kommunalwettbewerb HolzProKlima wollen wir die Vorbildfunktion der Öffentlichen Hand auf diesem Sektor betonen.“ Minister Hauk wird voraussichtlich bei der Preisverleihung am 2. Juni 2017 am Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart die Gewinner beglückwünschen sowie Preise übergeben.

 

**Die Wettbewerbsjury:

Juryvorsitzender Prof. Dr. Werner Sobek als Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart und Gründer der Werner Sobek Group GmbH,

Sabine Djahanschah als Leiterin des Referats Architektur und Bauwesen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aus Osnabrück,

Nadine Krepstakies als Vertreterin der Dezernentin Nathalie Münz des Landkreistags Baden-Württemberg in der Funktion als Repräsentantin der kommunalen Spitzenverbände,

Ulrike Nehrbaß als Filmautorin, Moderatorin und Redakteurin im SWR Fernsehen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz,

Prof. Dr. Bertil Burian von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und Mitglied des Clusterbeirats Forst und Holz Baden-Württemberg,

Hans-Martin Mader als Leiter des Büros Mader Architekten,

Harald Wetzel als Vertreter des Landesforstpräsidenten Max Reger vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg,

Stephan Hofherr als Vertreter von Dr. Peter Sauerwein als Repräsentant der Initiative HolzProKlima.

Entschuldigt waren Nicola Lender als Klimaschutzmanagerin der Stadt Neckargemünd und

Prof. Dr.-Ing. Jörg Schänzlin, Professor am Institut für Holzbau der Hochschule Biberach.

 

***Thema des Wettbewerbs:

Im Zentrum des Wettbewerbs steht Holz als nachwachsender und energieeffizienter Bau- und Rohstoff, der sich auf vielfältige Weise bei der Realisierung kommunaler Bauvorhaben einsetzen lässt und dabei das Klima in dreierlei Hinsicht schützt. Erstens ist der Speichereffekt zu nennen, da ein Baum CO2 aus der Atmosphäre aufnimmt und dieses während des Wachstums sowie nach der Ernte und stofflichen Weiterverarbeitung speichert. Jedes Gebäude oder Möbelstück aus Holz entlastet so das Klima und trägt dazu bei, die Folgen der globalen Erwärmung abzumildern. Ersetzen Holzprodukte andere energieintensiv hergestellte Materialien wie Beton oder Stahl, spricht man zweitens vom Substitutionseffekt. Drittens erzielt mehrfache stoffliche Wiederverwendung von Holz im Sinne einer Kaskadennutzung die besten Klimaschutzeffekte